Wer selbstständig ist und mit Marketing anfangen möchte, bekommt schnell das Gefühl, überall gleichzeitig präsent sein zu müssen: Instagram, LinkedIn, Newsletter, KI-Tools, Werbeanzeigen. Der Rat ist gut gemeint — aber er setzt an der falschen Stelle an.
Die entscheidende Frage ist nicht, welchen Kanal du zuerst bespielst. Die entscheidende Frage ist, ob du weißt, wofür du stehst und für wen du da bist. Wer das nicht klar beantworten kann, wird auf keinem Kanal wirklich ankommen — ganz egal wie oft er postet oder welche Tools er einsetzt.
Warum die meisten zu früh mit dem falschen Schritt anfangen
Es ist verlockend, sofort sichtbar zu werden. Ein Instagram-Account ist schnell erstellt, der erste Post schnell geschrieben. Das Problem ist nicht der Kanal. Das Problem ist das fehlende Fundament darunter.
Marketing, das nicht auf einer klaren Positionierung aufbaut, verpufft — unabhängig davon, wie viel Zeit, Geld oder Kreativität investiert wird. Das gilt für klassisches Marketing genauso wie für den Einsatz von KI. Wer ohne Strategie mit KI arbeitet, produziert nicht besseres Marketing, sondern schlechtes Marketing schneller.
Was zuerst kommt: Positionierung
Positionierung ist dein Platz im Markt — der Bereich, den du besetzt, und aus dem heraus du für eine bestimmte Zielgruppe die beste Antwort auf ein konkretes Problem bist.
Positionierung = Wahrnehmung + Nutzen + Zielgruppe.
Dimension 1
Wahrnehmung
Wofür stehst du?
+
Dimension 2
Nutzen
Was bietest du?
+
Dimension 3
Zielgruppe
Für wen genau?
=
Ergebnis
Positionierung
Dein Platz im Markt
Alle drei Dimensionen müssen zusammenpassen. Was nimmst du für dich in Anspruch? Welchen konkreten Nutzen bietest du? Und für wen genau? Wer eine dieser drei Fragen nicht klar beantworten kann, hat noch keine Positionierung — sondern nur eine Beschreibung.
Das klingt überschaubar, ist es aber nicht. Positionierung umfasst mehrere Dimensionen: die eigene Stärkenanalyse, das tiefe Verständnis der Zielgruppe, die Analyse des Wettbewerbs, das klare Herausarbeiten des Alleinstellungsmerkmals — und die Übertragung all dieser Erkenntnisse in eine Botschaft, die wirklich ankommt. Jede dieser Dimensionen braucht Zeit, ehrliche Reflexion und oft auch externe Perspektive.
Wer Positionierungsarbeit ernstnimmt, investiert mehr als einen Nachmittag — unser Positionierungskurs umfasst 21 Stunden, und das hat seinen Grund: Echte Klarheit braucht Tiefe. Das ist kein Aufwand, der sich nicht lohnt. Es ist der wichtigste strategische Schritt, den ein selbstständiges Business gehen kann.
⚡ Quick Win — Sofort anwendbar
Bevor du weiterliest, eine kleine Aufgabe. Keine Analyse, keine Recherche, kein langes Nachdenken. Schreib einfach auf, was dir spontan in den Sinn kommt:
⚡ Dein Positionierungssatz
Ich helfe
deine Zielgruppe
dabei,
ihr Problem
zu lösen —
durch
was dich einzigartig macht.
Beispiel: „Ich helfe Gründerinnen dabei, sich klar zu positionieren — durch einen KI-gestützten Prozess, der bei ihren eigenen Stärken ansetzt."
Das ist deine erste eigene Einschätzung — kein fertiges Ergebnis, sondern ein Ausgangspunkt. Dieser Satz spiegelt wider, wo du gerade stehst. Im Laufe einer echten Positionierungsarbeit wird er entweder vertieft oder du erfindest dich neu — aber dann ganz spitz positioniert und marktrelevant.
Schreib den Satz auf und leg ihn zur Seite. Am Ende eines strukturierten Positionierungsprozesses wirst du sehen, wie nah er an deiner fertigen Positionierung wirklich war.
Deine Zielgruppe wirklich verstehen — nicht raten
Zur Positionierung gehört ein tiefes Verständnis der eigenen Zielgruppe. Nicht auf der Oberfläche — nicht „Frauen Mitte dreißig bis Mitte fünfzig, die ihr eigenes Business aufbauen wollen” — sondern konkret und menschlich.
Was bewegt sie? Was frustriert sie? Welches Problem haben sie, das sie bisher nicht lösen konnten — und warum nicht? Je genauer du das weißt, desto treffender wird deine Kommunikation. Nicht weil du manipulativer wirst, sondern weil du wirklich verstehst, was Menschen brauchen — und dein Angebot genau darauf ausrichten kannst.
Ein hilfreicher Schritt dabei: Herausfinden, wo deine Zielgruppe ihre Informationen bezieht. Liest sie Fachblogs? Ist sie aktiv auf LinkedIn? Hört sie Podcasts? Trifft sie sich in lokalen Netzwerken? Diese Frage entscheidet darüber, auf welchen Kanälen du sichtbar werden solltest — und damit erst kommen die Kanäle ins Spiel.
Wo KI sinnvoll unterstützt
KI ist kein Ersatz für das eigene Denken — aber sie ist ein ausgezeichneter Sparringspartner für genau diesen Prozess. Du kannst mit KI deine Positionierung schärfen, Fragen entwickeln die dir Klarheit über deine Zielgruppe verschaffen, und deine Botschaft testen, bevor sie nach außen geht.
Was KI dabei nicht leisten kann: Sie kennt dein Angebot nicht, deine Geschichte nicht und deine Zielgruppe nicht besser als du. Sie kann dir helfen, schneller zu Klarheit zu kommen — aber die Klarheit selbst musst du entwickeln.
Die Reihenfolge die funktioniert
Wer heute mit Marketing anfangen möchte, kommt mit dieser Reihenfolge am weitesten:
1. Positionierung klären. Wer bin ich, für wen bin ich da, was ist mein Versprechen — und was unterscheidet mich von anderen?
2. Zielgruppe tief verstehen. Nicht raten, sondern recherchieren, beobachten, zuhören. Die Sprache der Zielgruppe ist das wertvollste Material, das du für dein Marketing haben kannst.
3. Herausfinden wo die Zielgruppe ihre Informationen bezieht. Erst dann entscheidest du, auf welchen Kanälen du aktiv wirst.
4. Eine Strategie entwickeln. Nicht als starren Plan, sondern als Orientierung: Welche Inhalte, welche Themen, welcher Rhythmus passen zu mir und meiner Zielgruppe?
5. Wenige Kanäle — aber konsequent. Wer auf einem Kanal wirklich gut ist, erreicht mehr als jemand, der auf fünf Kanälen halbherzig präsent ist. Weniger ist hier tatsächlich mehr.
Drei praktische Tipps für den Anfang
Während du an deiner Positionierung arbeitest, gibt es drei Maßnahmen, die du früh angehen kannst — sie zahlen langfristig auf jede Marketingstrategie ein.
Tipp 1: Baue eine Website — auch als Soloselbstständige.
Die Website ist das Ziel deiner Marketingaktivitäten. Alle Kanäle, alle Inhalte, alle Werbung führen letztlich dorthin. Für ein Online-Business ist sie unverzichtbar, für ein lokales Geschäft ist sie die wichtigste Grundinformation. Und noch etwas: In einer Welt, in der KI zunehmend Suchanfragen beantwortet, reicht Google allein nicht mehr aus. Wer keine eigene Website hat, ist in der KI-gestützten Suche kaum auffindbar. Mit KI ist eine professionelle Website heute auch ohne Agentur und ohne großes Budget möglich.
Tipp 2: Richte ein Google Business Profil ein.
Dieser Schritt ist besonders wertvoll, wenn du eine Geschäftsadresse hast oder ein stationäres Geschäft betreibst — aber auch für Online-Angebote ist er sinnvoll. Der Aufwand ist überschaubar, der Nutzen erheblich: Du wirst in der lokalen Suche sichtbar, kannst Bewertungen sammeln und Öffnungszeiten, Kontaktdaten und Angebote direkt in den Suchergebnissen darstellen. Ein vollständig ausgefülltes Google Business Profil gehört zu den wirkungsvollsten kostenlosen Marketingmaßnahmen, die es gibt.
Tipp 3: Wähle einen einzigen Kanal — und baue ihn konsequent auf.
Für ein Online-Business gilt: Besser einen Kanal wirklich gut bespielen als auf fünf Kanälen halbherzig präsent sein. Mit KI ist das heute auch als Gründerin oder Soloselbstständige realistisch umsetzbar — die Erstellung von Inhalten wird schneller, ohne an Qualität zu verlieren. Für ein lokales Geschäft ist Mundpropaganda nach wie vor einer der stärksten Hebel. Schau, auf welchen Kanälen lokale Vereine und Unternehmen aktiv sind, vernetze dich dort und baue sichtbare Präsenz in deiner Region auf.
Der nächste Schritt
Positionierung ist der wichtigste strategische Schritt, den du als Selbstständige gehen kannst — und er ist komplexer als eine schnelle Übung. Der Positionierungskurs für Gründer:innen begleitet dich durch diesen Prozess: Stärkenanalyse, Zielgruppenverständnis, Wettbewerbsblick, Botschaftsentwicklung — strukturiert, mit KI als Sparringspartner, in 21 Stunden, in deinem eigenen Tempo.
Zum Positionierungskurs für Gründer:innen →
Dieser Artikel entstand mit KI-Unterstützung und wurde redaktionell überarbeitet.